Im antiken Griechenland sind Astronomie
und Astrologie sehr miteinander verbunden. Nach Widerständen
durch die römischen Kaiser findet die Astrologie später immer mehr Einfluss.
Das Verhältnis des frühen Christentums
zur Astrologie bleibt zwiespältig,
da nach Meinung der Kirche die
Vorherbestimmung des Schicksals
dem freien Willen des Menschen im Christentum widerspricht. Andererseits
wird auch in der Bibel die Geburt Christi astrologisch angekündigt
und die Sternenkunde als Kunst angesehen
(Matth. 2,2-10).
Konstantin der Grosse bekennt sich
zur Astrologie. Die Kirche des Mittelalters
hingegen sieht sie als Teufelswerk.
Renaissance und Humanismus
bezogen sich wieder auf die hellenistische
Form der Astrologie. Die
Meinungen gehen oft
auseinander,
Astrologie und Astronomie finden
immer weniger gemeinsame Wege.
In der Romantik bleibt die Astrologie
bis in höchste Gesellschaftskreise anerkannt,
wie das Beispiel von Johann
Wolfgang Goethe zeigt.
Der enorme naturwissenschaftliche
Fortschritt der Neuzeit liess die Astrologie
fast in Vergessenheit geraten.
Evangeline Adams (1865-1932) beriet
Persönlichkeiten wie den Millionär
J.P.Morgan, den Sänger Enrico
Caruso oder den englischen König
Edward VII. 1914 wurde sie vom
Vorwurf der Wahrsagerei freigesprochen
mit der Urteilsbegründung, sie
habe die "Astrologie zur Würde einer
exakten Wissenschaft erhoben".
Astrologie heute
Die Astrologie scheint ein transzendentes
Grundbedürfnis nach Orientierung
vieler Menschen zu stillen.
Viele Astrologen betrachten ihr Arbeitsgebiet
in Zusammenhang mit
der Hypothese der morphogenetischen
Felder von Rupert Sheldrake
und finden darin eine neue Begründung
für die Wirksamkeit der Astrologie.
Bei den modernen Astrologen gibt es
unterschiedliche Denkrichtungen und Schulen, die die Deutung der
Planeten, Aspekte und Symbole
unterschiedlich gewichten und/oder
variierende Horoskop-Darstellungen
verwenden.
Astrologie in anderen Kulturen
In den verschiedenen Kulturen existierten
und bestehen immer noch
verschiedene astrologische Systeme,
um den Lauf der Welt und des
menschlichen Schicksals verständlich
und begreifbar zu machen. So symbolisiert
die Bauweise der Inka-Stadt
Cuzco den 12teiligen Tierkreis. Die
chinesische Astrologie kennt ebenfalls
12 Tiere, die jeweils über ein
ganzes Jahr herrschen. Auch in Indien
zählte die Astrologie zur höchsten
Gelehrsamkeit. Die vedische Astrologie
erlebt wieder eine Renaissance.
Theologie und Astrologie
Die christliche Theologie lehnt es
weitgehend ab, dass die Sterne eine
schicksalhafte Bedeutung für das menschliche Leben haben. Denn die
Natur, und somit auch die Sterne,
verfüge als Schöpfung Gottes nicht
über eine eigene Wirkmacht. Der
freie Wille des Menschen könne nicht
von der Konstellation der Gestirne
beschränkt werden.
Hingegen schreibt Pater Dr. Gerhard
Voss: "Ich möchte die These wagen:
Die Ausgrenzung astrologischer
Weisheit aus der Kirche ist bezeichnend
für den Verlust der kosmischen
Dimension kirchlichen Lebens in
Theologie, Liturgie und Verkündigung."
Er warnt aber auch: "In der
Fixierung auf Prognosen für die Zukunft
liegt die Hauptgefahr jeder Beschäftigung
mit der Astrologie, auf
die auch die Heilige Schrift
(Gal. 4,9;
Kol. 2,8ff) mit allem Nachdruck aufmerksam
macht."
Astrologie als Glaube
Astrologie erfüllt bei vielen Menschen
ein Bedürfnis nach übernatürlichen,
transzendenten oder metaphysischen
Erklärungen für ihre
aktuelle oder zukünftige Befindlichkeit.
Die Erwartung metaphysischer
Aussagen lässt per Definition jede
naturwissenschaftliche Kritik belanglos
sein. Dies trifft übrigens nicht nur
für Astrologie sondern für jedes
Wert- oder Anschauungssystem (also
auch für Religionen) zu, das jenseits
der bekannten physikalischen
Welt weitere Determinationen oder
Existenzen unterstellt.
Verantwortungsvolle Astrologie
Alle Aussagen aus der Astrologie sind
grundsätzlich neutral. Entsprechend
dem freien Willen des Menschen und
seinem Vermögen, kann er die herrschenden
Kräfte aktiv oder passiv,
konstruktiv oder destruktiv und
noch in unzähligen Schattierungen
leben. Wer sich verantwortungsvoll
mit Astrologie beschäftigt, wie wir
das im LebensQuell seit vielen Jahren
tun, kann gerade im Wissen um die
unterschiedlichen Erlebensmöglichkeiten
wertvolle und praktische
Erkenntnisse finden und vermitteln.
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